Pompöses Weltraum Märchen

Mit der Matrix-Trilogie wurden die Wachowski Geschwister Lana (früher Larry) und Andy Wachowski weltberühmt. Ein Fluch und ein Segen.

Jupiter Ascending

Ein Gastbeitrag von Lars

Die Filme waren zwar äußerst erfolgreich und auch die Story hat dem geneigten Filmfan endlich mal was neues geboten. Doch leider wird man auch an seinen Werken gemessen. Denn die Latte der Erwartungen ist auch bei den Wachowskis seitdem immer sehr hoch angelegt.

Nun stehen Sie mit einer 175 Millionen schweren Space Opera vor der Tür und wollen diese bei Erfolg ebenfalls zu einer Trilogie ausbauen. Sollte das allerdings nicht der Fall sein, könnte man bald ebenfalls so tief fallen wie M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“,“Unbreakable“).

Der Heimatplanet der interstellaren Verwaltung – hier wird noch richtige Bürokratier gemacht

Jupiter Jones (Mila Kunis) wurde unter einem Nachthimmel geboren, dessen Zeichen darauf hindeuteten, dass sie eines Tages Großes vollbringen würde. Inzwischen erwachsen, träumt Jupiter von den Sternen, doch ihre Realität sieht anders aus: Sie putzt anderer Menschen Häuser. Erst als Caine (Channing Tatum), ein genetisch produzierter Ex-Militär-Jäger, auf der Erde erscheint und sie sucht, bekommt Jupiter eine Ahnung von dem Schicksal, das vor ihr liegt. Ihre genetische Signatur bestimmt sie dazu, ein außergewöhnliches Erbe anzutreten, das die Balance des Kosmos verändern könnte. Doch ihre Abstammung birgt auch große Gefahr: Der zwielichtige Balem (Eddie Redmayne) will Jupiter tot sehen.

Channing Tatum in seiner Rolle als Caine

„Jupiter Ascending“ ist eine gewaltige Space Opera geworden. Die Wachowskis waren neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich. Wie bei „Matrix“ haben sie sich Ihre eigene Welt erschaffen und allerlei Ideen in das Skript geschrieben, die dem normalen Zuschauer fremd vorkommen werden. Eine außerirdischer Pilot sieht aus wie ein Elefant und der Hauptdarsteller ist vereinfacht gesagt, ein Albino Werwolf. Dazu kommt noch die Erkenntnis, dass wenn Bienen Menschen nicht stechen, diese Menschen für was Besonderes stehen. Solche Szenen dürfen auf einige Zuschauern ziemlich lächerlich wirken. Hiermit muss man erstmal klar kommen und das sind beileibe nicht die einzigen abgefahren Ideen, denn „Jupter Ascending“ hat noch weitaus mehr zu bieten.

Zwar ist die Geschichte komplex aber durchaus nachvollziehbar und nicht schwer zu folgen. Für einen Blockbuster ist die Story sogar sehr umfangreich. Allerdings ist die Geschichte nicht stringent genug aufgebaut um den Zuschauer bei Laune zu halten. Immer mal wieder wird zu weit abgeschweift, so dass ordentlich Drive verloren geht. Weniger wäre hier mehr gewesen. Wenn man sich hier auf das Wesentliche konzentriert hätte, wäre der Ablauf durchaus spannender geworden. Für den Ottonormal Zuschauer wird das alles zu viel gewesen sein aber Weltraum Freunde kommen durchaus auf Ihre Kosten, sofern man kein zweites „Star Wars“ erwartet. Man könnte „Jupiter Ascending“ als pompöses Weltraum Märchen beschreiben, welches zwar fantastisch aussieht aber eben leider nur an der Oberfläche kratzt.

Es gibt einiges zu feiern

Die Geschwister Lana und Andy Wachowski haben ja schon mit „Cloud Atlas“ bewiesen, dass Sie eher auf unkonventionelle Filme stehen und lieber Ihr eigenes Ding verwirklichen anstatt ein fremdes Drehbuch zu verfilmen. Mit „Speed Racer“ hatten Sie sich damals schon weit aus dem Fenster gelehnt und auch dort konnten die meisten Zuschauer und Kritiker mit dem Film nichts anfangen. Auch hier ist die Regie der beiden gewohnt gekonnt aber für ein solches Spektakel auch recht unspektakulär. Die Actionszenen sind gut inszeniert aber bleiben auch nur für den Moment im Gedächtnis. Keine Szene bleibt länger im Gedächtnis haften. Die Ideen sind da, aber bei vielen Dingen hätte man durchaus mehr draus machen können. Natürlich darf auch hier die Zeitlupe und die anderen Stilmittel nicht fehlen und werden des öfteren mal eingesetzt, doch leider bleibt auch hier kein bleibender Eindruck zurück.

Beim Dinner

Die Hauptdarsteller um Mila Kunis („Die wilden 70er“,“Black Swan“), Channing Tatum („Fighting“,“21 Jump Street“) und Publikumsliebling Sean Bean („Game of Thrones“,“Black Death“) stehen Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“), Douglas Booth („Noah“) und Tuppence Middleton („The Imitation Game“) gegenüber.

Mila Kunis ist ja nicht gerade eine talentierte Schauspielerin und überzeugt eher durch ihr Äußeres. Eigentlich sollte die Rolle auch an Ihre „Black Swan“ Kollegin Natalie Portman („Star Wars – Episode I-III“) gehen, die allerdings aus Termingründen absagen musste. Kunis nimmt man die Rolle der Eigentümerin der Erde nur bedingt ab. Ihr Charakter setzt sich mit der Situation kaum auseinander und wirkt sehr gleichgültig. Große Gefühlsausbrüche sind Fehlanzeige.

Ihr männlicher Pedant Channing Tatum, der als Frauenheld bekannte Mime wirkt auch eher gelangweilt als stilsicher. Sein Spiel ist eher zurückhaltend, flach und wenig einprägend. Einprägend dagegen ist Gegenspieler Eddie Redmayne, der als Bösewicht völlig lächerlich wirkt. Seine langsame Redensart nervt den Zuschauer unermesslich. Dazu kommen die stereotypischen Schrei- und Gewaltausbrüche. Bedrohlich wirkt sein Charakter zu keiner Sekunde. Das Drehbuch bietet ihm zwar nur die üblichen Phrasen aber er kann in keinster Weise dagegen anspielen. Kaum zu glauben, dass er dieses Jahr für einen Oscar nominiert ist.

Douglas Booth und Tuppence Middleton dagegen spielen recht solide. Wobei ihre Parts auch eher klein sind. Einzig Sean Bean kann noch ein bisschen was aus seiner Rolle heraus holen aber auch er bekommt vom Drehbuch wenig zu tun. Dem Drehbuch ist es auch geschuldet, dass man wenig über die Personen und Charaktere erfährt. Hier und da wären ein paar Infos mehr wünschenswert gewesen. Bis auf das Hauptdarsteller Pärchen bekommt man wenig Background von den einzelnen Charakteren.

Bienen – überall