Avengers 2,5: Mexican Standoff

Da ist er nun, Civil War – die Einleitung zur Phase 3 im MCU. Der konfliktreiche Film, welcher die Avengers zwingt, eine Seite zu wählen – dessen heimliche Stars Spiderman und Ant-Man sind und uns reichlich Handlung bietet.

Meine Fresse, Civil war bietet 147 Minuten lang verdammt gute Unterhaltung, ohne jemals Langeweile aufkommen zu lassen.
Gelungen ist auch, dass der Film sowohl sehr viel Wert auf verdammt gute Actionszenen legt, uns aber auch plausible Charakterentwicklungen nahe bringt. Letztendlich ist fast jedes Handeln der einzelnen Figuren aufgrund ihrer Dialoge verständlich. Es gibt trotz allem verdammt gute Wendungen, Unerwartetes und auch ein bisschen Liebe ist dabei – aber auch nur kurz.

Aber kommen wir zur Ausgangssituation. Diverse zerstörerische Akte seitens der Avengers, die lediglich zur Rettung der Welt und zum Schutz der Bevölkerung dienten, haben mitunter auch Kollateralschäden verursacht.
Diese sind natürlich ungewollt und es stellt sich eigentlich auch die Frage, ob die Menschen in Strumpfhosen mit Fähigkeiten ausgestattet, nicht doch die Ursache sind, dass sie überhaupt eingreifen müssen.
Denkt man an Age of Ultron, so würde Ultron eigentlich gar nicht existieren, würde es die Avengers nicht geben.

Wer wird gewinnen?

Team Control vs Team Independent

Die Bevölkerung der Erde hat zumindest trotz ihrer großen Dankbarkeit nach dem ersten Avengers-Film dann doch den Tropfen, der das berühmte Fass zum Überlaufen bringt, in einem Routineeinsatz der Avengers in Nigeria gesehen und verabschiedet ein Gesetzt, dass die Helden entweder zu einer unterstellten Truppe eines Gremiums oder zu Kriminellen macht.
Hierbei spielt auch der Aussenminister Ross eine gewisse Rolle. Dieser ist bereits als General Thaddeus „Thunderbolt“ Ross aus der Hulk-Verfilmung mit Edward Norton bekannt und spielt quasi die gleiche Rolle ein paar Jahre später.

Captain America (Chris Evans) ist gegen Kontrolle – Iron Man (Robert Downey junior) dafür, dank reichlich aufgebürdeter Schuldgefühle.
Beide liefern sehr gute Argumente und sammeln Fürsprecher um sich. Beide machen aber auch genügend Fehler, so dass der Zuschauer 2 Teams sieht, die moralisch in Grauzonen handeln.

Ab wann geht es zu weit?

Ein Nutznießer der Situation ist dabei Helmut Zemo (Daniel Brühl) , dessen Motivation vorerst unklar sind. Auch über seine Ziele sind wir uns erst am Ende bewusst. Daniel Brühl macht das ganz gut, oft sieht man ihn hierbei nur böse in die Kamera gucken, erst zum Ende darf er mehr sprechen.

Eine der größten Überraschungen sind eindeutig Spiderman und auch Ant-Man.
Sie funktionieren in der Interaktion mit anderen Helden einfach gut, weil sie lustige Dialoge hervorrufen. Spiderman (Tom Holland) glänzt hierbei sehr und ist quasi die Quicksilver-Variante aus X-Men: Days of the Future Past für diesen Streifen. Der bereits 4te Spidey-Darsteller in den letzten Jahren glänzt hier mit vollem Einsatz an Kräften und an Wortwitz und ist im Kampf ganz passabel.

klein trifft auf gross

David gegen Goliath

Ant-Man (Paul Rudd) bringt uns auch wieder sehr humorvolle Szenen ein, er ist quasi der Underdog aus #TeamCap und überrascht letztendlich alle, ob Freund oder Feind.

Überhaupt hat jeder der Helden ausreichend Screentime, um seine Entscheidung für die ihm gewählte Seite erklärend darzustellen.
Vision, Black Widow, War Machine, Black Panther, Spiderman und Iron Man auf der einen,
Falcon, Ant-Man, Scarlet Witch, Hawkeye, Wintersoldier und Captain America auf der anderen Seite.

Moneyshot

Captain America v Iron Man

Letztendlich dreht sich der Film auch um den Wintersoldier und wie der Captain, der ihn als Einziger nicht als den Verbrecher sieht, die seine ungewollten Taten aus ihm machten, es doch schaffen, wieder zu erkennen und eine Art von Freundschaft und Vertrautheit aufzubauen.

Übrigens, das Thor und Hulk im Film nicht anwesend sind, liegt auch am kommenden Film Thor: Ragnarok. Ein weiterer guter Grund ist auch die Stärke beider Charaktere, die ein Gleichgewicht unmöglich machen würden und den Konflikt schnell beenden würden.

Die Kämpfe bieten tolle Action und es gibt mal wieder geniale Moneyshots. Die Captain America-Reihe ist ja eher für die ernsteren Filme der MCU-Filme zuständig und auch hier behält der Film eine etwas düstere Stimmung bei. Gemischt mit etwas Humor und untereinander prügelnde Superhelden ist der Film uneingeschränkt zu empfehlen.