Die Schlacht der fünf Heere

Lange gewartet, endlich erschienen und nun doch etwas sprachlos.

Jeder, der die ersten beiden Teile der Hobbit Trilogie gesehen hat war sicher gespannt auf das große Ende des neuen Mittelerde Abenteuers – bis dahin zurecht, denn ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, das Peter Jackson es wieder einmal grandios geschafft hat jeden Zuschauer gekonnt in die neuen Abenteuer zu entführen, in denen sich auch alt eingesessene Mittelerde-Fans schnell wohl gefühlt haben. Immerhin sind die Landschaftsportraits genauso atemberaubend wie in der Vorgänger-Trilogie „Der Herr der Ringe“, die Musik wieder einmal perfekt von Howard Shore komponiert und der gewisse Humor, sowie das Können der Schauspieler überzeugt wie eh und je.

Atemberaubend wie eh und jeh

 

Um so enttäuschender nun das Ende der Hobbit Trilogie, aber fangen wir von vorne an.

Bei wem es ein wenig her ist, das er den zweiten Teil des Hobbits gesehen hatte sollte unbedingt das Gedächtnis noch einmal ein wenig auffrischen, denn viel Zeit gibt einen der dritte Teil nicht um sich zu erinnern, so schnell ist man inmitten des Geschehens. Noch bevor der Vorspann beendet ist stirbt der Drache Smaug und lädt die Kinobesucher nun zu 2, 5 Stunden Schlacht, Streit und Abschied ein.

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Schon bei der Ankündigung der Trilogie hagelte es umstrittene Meinungen der Fans und Kritiker: Zu wenig Geschichte für zu viel Spielzeit – was sich nun mit dem letzten Teil des Fantasy-Epos leider bewahrheitete.

Trotz der Produktionskosten von 250 Millionen US-Doller (gesamt kostete die Trilogie satte 561 Millionen US-Doller und ist damit das derzeit teuerste Kinoprojekt!) bietet der Film nicht mehr als die Zerstörungswut von Smaug über Esgaroth ( Seestadt ), einer Schlacht der Heere – die wie immer ein pures Gänsehautfeeling freisetzen und den bekannten Schlachten in „Der Herr der Ringe“ gewiss in nichts nach stehen –, ungewohnt schlechte Nahkampfszenen und kurze Abschiede, was den Film leider sehr langatmig macht.

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Auch die Heere sorgen wieder für Gänsehaut

 

Des öfteren fragt man sich, warum Charaktere handeln wie sie handeln, wenn sie denn überhaupt da sind und nicht irgendwo anders im Stau zu stecken scheinen, oder auch was geschehen ist, nachdem stets inmitten des Geschehens ein ärgerlicher Szenenwechsel kommt und die Charaktere am Ende unversehrt zurück kehren, egal wie aussichtslos ihre Position zuvor auch gewesen sein mag.

Ebenso bleibt am Ende ein kleines Fragezeichen stehen, denn wer hier auf ein ausführliches Ende wie in „Der Herr der Ringe- die Rückkehr des Königs“ wartet, der wartet vergebens, stattdessen ist nun Können im logischen Weiterdenken gefragt.

Ein großes Plus bekommt allerdings der Punkt, das die Geschichten von Mittelerde sich wunderbar zusammenschließen und keine Fehler zu finden sind, was man ja leider zu gewohnt ist bei Filmen, die die Vergangenheit von schon bestehenden Filmen spielen. Auch für die Mittelerde-Nerds sind genug kleine Details zu finden, die persönliche Beziehungen und Situationen einzelner Charaktere – vor allem im Bezug zu Hobbit und Herr der Ringe – noch mal klarer werden lassen und kleine ‚AHA-Momente‘ hervorruft.

Schade wiederum war das man nicht auf viel Neues hoffen durfte, denn ziemlich alles wurde schon eher mehr als weniger in den vergangenen Projekten benutzt und wirkt nun als Ende etwas ausgelatscht, auch wenn man Peter Jackson in der Hinsicht wohl keinen Vorwurf machen darf, immerhin hat sich auch schon in der Vergangenheit gezeigt, dass es das ist, was die Zuschauer sehen wollen….

Knapp zusammen gefasst kann man sagen, das der letzte Teil der Hobbit Trilogie zwar ein gutes Werk abgibt, aber meiner Meinung nach den Vorgängerteilen auch nicht mit viel Mühe das Wasser reichen kann und damit doch eher unbefriedigend als mitreißend ist.